Der Antisemitismus ist eine staatspolitische Ideologie, die das Ziel hat, das Judentum zu vernichten.
 
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Brimborium um einen Etikettenschwindel im großen Stil

 

Am 4. Juli 2024 ist es so weit. In Potsdam wird erstmalig in der über 3300-jährigen Geschichte des Judentums eine staatseigene Einheitssynagoge feierlich eröffnet.

 

Nicht eine jüdische Religionsgemeinschaft wird der Hausherr der Synagoge, sondern das Land Brandenburg ist der Eigentümer des Grundstücks und des darauf entstandenen Sakralbaus. Die sogenannte Einheitsgemeinde in Potsdam hat im staatlichen Synagogenzentrum keine Rechte.

 

Mit der Eröffnung der staatseigenen Einheitssynagoge in Potsdam erreicht das deutsche Ersatzjudentum – eine jüdische Religionsgemeinschaft ohne Judentum – eine neue Dimension, in der das Land die vollständige finanzielle und räumliche Kontrolle über die Einheitsgemeinde übernimmt.

 

Es ist das einzige Bauprojekt in Deutschland, das trotz der seit Jahren anhaltenden Knappheit an Baumaterialien und Ausfällen von Lieferterminen vorzeitig fertig gestellt wurde.

 

Man hat sich beeilt, denn die Landespolitik will ihre 34-jährige Position als Vorreiter im Kampf gegen das Judentum mit Kreativität und Kontinuität weiterhin behaupten.

 

Seit 2009 hat die Landespolitik für die Durchsetzung dieses auf die weitere Vernichtung des Judentums gerichteten Vorhabens gegen heftigen Widerstand der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde mit allen Mitteln gekämpft. Und nach 15 Jahren einen Sieg errungen.

 

Das Gelage während der Pest

 

Die Potsdamer Juden kommen bei der Veranstaltung nicht zu Wort. Sie haben andere Sorgen. Wie alle anderen Juden in Deutschland müssen sie aufgrund des erstarkten Vertreibungszwangs ihre Ausreise planen.

 

Für die Juden ist die Veranstaltung nichts anderes als ein Gelage während der Pest. Dafür haben die wichtigsten Präsidenten bereits ihre feierlichen Reden schreiben lassen. Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll kommen und eine Ansprache halten. Der Präsident des sogenannten Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, wird auftreten, der Präsident der Zentralwohlfahrtstelle der Juden Abraham Lehrer und der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke werden am Mikrofon nicht fehlen. Der Bundeskanzler Olaf Scholz, der nur 250 Meter von der Schein-Synagoge entfernt wohnt, wird umweltbewusst zu Fuß zur Veranstaltung laufen, um nicht die Gelegenheit zu verpassen, vor den Fernsehkameras mit einer Kippa auf dem Kopf zu erscheinen.

 

Die politische Show ist durchgedacht. Neben den Präsidenten kommen die bezahlten Ersatzjuden in den Vordergrund, im Hintergrund sollen bei der Eröffnungszeremonie auch Minister/innen und Politiker/innen platziert werden. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) wird die Veranstaltung live übertragen.

 

Die aus Zwangsgebühren finanzierten regierungstreuen Massenmedien berichten schon seit Wochen fast jeden Tag mit unterschiedlichen Angaben über vier zugelassene jüdische Gemeinden mit angeblich 400 bzw. 750 Jüdinnen und Juden.

 

Vernichtung der alten Synagoge in Potsdam

 

Die staatlich kontrollierten Massenmedien berichten, dass die alte Synagoge in Potsdam am Platz der Einheit in der Nacht vom 9. zum 10. November 1933 geschändet und am 14. April 1945 beim Luftangriff auf Potsdam weitgehend zerstört würde. 1954 erfolgte der Abbruch der Ruine, anschließend wurden an der frei gewordene Stelle neue Wohnhäuser gebaut. 

 

Die Geschichte wurde auf Anweisung der für die Informationspolitik zuständigen Stellen größtenteils erfunden und manipuliert. Man wollte es nicht einfach so stehen lassen, dass die Deutschen, wenn auch DDR-Deutsche, die Synagoge zerstört hätten. Und man wollte keine Verantwortung für die Vernichtung der Synagoge übernehmen. Man hat die Alliierten für die Vernichtung der Synagoge verantwortlich erklärt.

 

Die wahre Geschichte der Vernichtung der Potsdamer Synagoge ist jedoch in den Archivunterlagen der Stadt Potsdam dokumentiert.

Die Synagoge, wie übrigens auch das benachbarte Postgebäude, wurde nicht von Bomben zerstört, sondern auf Beschluss des Rates der Stadt Potsdam im August/September 1957 abgerissen.

 

Seit 1945 ließ die Stadt Potsdam das durch eine Stoßwelle leicht am Dach beschädigte Gebäude jahrelang vor Schnee und Regen ungeschützt stehen. Die politiktreuen Verantwortlichen haben jahrelang schadenfroh zugesehen, wie sich der Bauzustand des Gebäudes verschlechterte. Die prächtigen Fensterrahmen und Türen waren bald verschwunden, die wertvollen Bauelemente wurden entwendet…

 

Aus einem 1956 erstellten Gutachten des Diplom-Ingenieurs Preiss aus Dresden, beruflich damals tätig als Dozent für Statik an der Technischen Hochschule Dresden, geht hervor, dass „der Bauzustand dank der soliden Bauausführung die Wiederherstellung der Standfestigkeit mit verhältnismäßig einfachen Mitteln“ gestattete. „Nach erfolgter Sicherung ist möglichst bald der Wiederaufbau zu planen“, fügte Statiker Preiss hinzu.

 

Einem weiteren mit 19.02.1957 datierten Gutachten vom Nationalpreisträger des Jahres 1949, Prof. Dr. Hamann von der Deutschen Akademie der Wissenschaft zu Berlin, unterstützt vom wissenschaftlichen Abteilungsleiter, Prof. Dr. Edgar Lehmann, ist zu entnehmen: „Da technisch keine Bedenken und finanziell nur geringfügige Schwierigkeiten bei einer Wiederherstellung des Hauses mit der ursprünglichen Fassade bestehen, bin ich entschieden der Meinung, dass alles getan werden muss, um den Abbruch … zu verhindern und seine Wiederherstellung zu beschleunigen“…

 

„Überraschend“ hat sich die antisemitische Politik am Ende jedoch durchgesetzt. Am 9. August 1957 hat das Referat Enttrümmerung der Stadt Potsdam eine Anweisung erhalten, „mit dem Abriss der Ruine … sofort zu beginnen“…

 

Im Hinblick auf das vorsorglich verabschiedete Landesgesetz, das keine Wiederherstellung von Bauobjekten auf Grundstücken mit neu entstandenen Wohnhäusern ermöglichte, wurde die Lücke am Platz der Einheit auf Initiative der Stadt Potsdam schnell mit neugebauten Wohnhäusern geschlossen.

 

Von einer Rückübertragung der Immobilie bzw. von Restitutionsansprüchen zugunsten der jüdischen Gemeinden in Potsdam konnte damit keine Rede mehr sein.

 

Die Landespolitik benötigt in Potsdam nur eine Synagoge

 

Schon Anfang 1999, kurz nach der Wiedergründung der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde Brandenburg als Nachfolgerin des vernichteten preußischen „Halberstädter Verbandes“ hat die Landespolitik offiziell angekündigt, keine für den Wiederaufbau des jüdischen Lebens benötigten jüdischen Kindergärten und Schulen, sondern nur einen Synagogenbau in Potsdam unterstützen zu wollen.

 

Das Land plante, ein Grundstück dafür zur Verfügung zu stellen und mit ca. 6 Millionen Euro in Vorkasse zu gehen. Die Gemeinden sollten die Baukosten später erstatten. Mit dieser Konstellation war keiner zufrieden.

 

Die Gesetzestreue Jüdische Landesgemeinde Brandenburg hat die Position der Landespolitik als lebensfremd und judenfeindlich abgelehnt - eine sogenannte Einheitssynagoge gab es im Judentum nie und wird es nie geben.

 

Die konkurrierende jüdische Gruppierung stand dem Vorhaben aufgrund der verlangten Eigenfinanzierung sehr skeptisch gegenüber.

 

Das Land selbst war nicht besonders begeistert, dass die jüdischen Gemeinden als angehende Immobilieneigentümer ein Stück Unabhängigkeit erlangen würden. Darüber hinaus hatte das Land Zweifel, das investierte Geld von den Gemeinden zurück zu bekommen. Der Synagogenbau in Potsdam verzögerte sich damit um weitere 10 Jahre.

 

landeseigene Einheitssynagoge für alle Jüdinnen und Juden

 

Im Januar 2009 kam die Landespolitik auf eine revolutionäre, beispiellose und an Frechheit und Ignoranz kaum zu übertreffende Idee – in Potsdam soll eine landeseigene Einheitssynagoge als Landesbaumaßnahme errichtet und „allen Jüdinnen und Juden“ zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden.

 

Dafür sollte die Landesregierung als Bauträger und Eigentümer auf einem landeseigenen Grundstück ein landeseigenes Mehrzweckhaus/Kulturhaus als Landesbaumaßnahme errichten. Nach Fertigstellung sollte das Gebäude der Öffentlichkeit als jüdisches Synagogenzentrum präsentiert werden!

 

Für die politische Legitimation und Umsetzung des geplanten Etikettenschwindel-Projektes, im dem die Landespolitik die perfekte Lösung ihrer Judenfrage sah, brauchte man einen „jüdischen Partner“. 10 Jahre lang führte die Landesregierung Verhandlungen mit der inzwischen im Streit um die Machtverteilung in der zukünftigen Synagoge (und nicht „über Form und Ausgestaltung“) zerspalteten örtlichen Einheitsgemeinde, mit dem Ziel, die Einheitsgemeinde und ihre Abspaltungen als Partner für das Projekt zu gewinnen.

 

Die Einheitsgemeinde wollte die Trägerschaft über die staatliche Einheitssynagoge jedoch selbst übernehmen. Das Land wollte die Machtposition nicht abgeben und den Vorwurf einer direkten einseitigen Förderung der Einheitsgemeinde unbedingt vermeiden. Die Verhandlungen verliefen fruchtlos.

 

Dann holte die Landespolitik den sogenannten Zentralrat der Juden in Deutschland zur Hilfe. Er stellte der Landesregierung seinen in Frankfurt am Main eingetragenen Verein „Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland“ für das Projekt zur Verfügung. Die jüdische Wohlfahrtstelle ist eine Tochter-Organisation des sog. Zentralrats der Juden. Der Verein soll die landeseigene Schein-Synagoge treuhänderisch betreiben und verwalten.

 

Die potemkinsche Staatssynagoge soll für alle atheistischen, religiösen, gesetzestreuen, reformierten, koscheren und nicht koscheren Jüdinnen und Juden wie auch Nicht-Jüdinnen und Nicht-Juden zur Nutzung offen stehen, „ein repräsentatives Erscheinungsbild“ der Landespolitik schaffen und zugleich ein blühendes – tatsächlich jedoch nicht existierendes – jüdisches Leben vortäuschen.

 

Das ganze Vorhaben ist offensichtlich rechts – und verfassungswidrig

 

Zum einen darf das Land Häuser nur für die Eigennutzung bauen. Zum anderen erlaubt das im Grundgesetz verankerte Trennungs- und Neutralitätsprinzip dem Land nicht, Sakralgebäude zu bauen und in seinem Besitz zu behalten. Drittens darf das zur Neutralität verpflichtete Land keine von den beiden wiedergegründeten jüdischen Religionsgemeinschaften bei der Zurverfügungstellung von Gemeinderäumen bevorzugen.

 

Die brandenburgische Politik lässt sich von den Bestimmungen des Grundgesetzes jedoch nicht beeinflussen - wenn das Gebäude einmal stehe, würde es nicht mehr abgerissen werden! 

Das Land als Eigentümer des Gebäudes hätte im Falle einer Verurteilung immer noch die Möglichkeit, die jüdischen Nutzer jederzeit raus zu werfen und das Gebäude mit geringem Aufwand in ein Kulturhaus bzw. – je nach politischer Entwicklung – in eine Moschee umzuwandeln.

 

 

Mit Einführung einer staatseigenen Einheitssynagoge in Potsdam erreicht das deutsche Ersatzjudentum eine neue Dimension

 

Das Pilotprojekt verspricht dem Land volle Kontrolle über die Nutzung und über die rechtlosen Nutzer der Schein-Synagoge zu behalten. Somit gerät das Ersatzjudentum nicht nur aufgrund der aus Landesmitteln bereits bestehenden Vollfinanzierung seiner laufenden Ausgaben, sondern auch aufgrund der auf unverbindlicher Basis zur Nutzung zur Verfügung gestellten Gemeinderäume in eine vollständige Abhängigkeit von der Landespolitik.

 

Des Weiteren erhofft sich die Landespolitik, dem eigentlichen, gesetzestreuen Judentum unter Hinweis auf eine bereits bestehende und für alle offene Einheitssynagoge den Anspruch auf Gleichbehandlung bei der Zurverfügungstellung der Gemeinderäume absprechen zu können.

 

Perspektivisch soll das brandenburgische Modell der staatlichen Einheitssynagoge möglichst auch in den anderen Bundesländern durchgesetzt werden.

 

Dass die Landespolitik in Brandenburg im Kampf um die Vernichtung des Judentums so einen bedeutenden Fortschritt errungen hat, ist auch für die Bundespolitik eine große Freude. Sie werden am 4. Juli den Sieg gemeinsam feiern.





02. Juli 2024
26 Siwan 5784

Das Land, in dem Judenhass und Heuchelei fließen

 

Der Antisemitismus in Deutschland

ist eine Erfolgsgeschichte

 

Der Wiederaufbau des Antisemitismus im Nachkriegsdeutschland ist eine Erfolgsgeschichte.

Zur Tarnung dieser staatspolitischen Ideologie werden der Kampf gegen den Antisemitismus vorgetäuscht und „nützliche Juden“ angesetzt. Die aktuellsten Täuschungsaktionen sind die Einführung von sogenannten Antisemitismusbeauftragten und die Verkündung der „Nationalen Strategie gegen Antisemitismus“. Bald gibt es in Deutschland mehr Antisemitismusbeauftragte als Juden, denn für Juden ist hier kein Platz.

 

25 Jahre – ein Zeitabschnitt, der einen Rückblick und einen Ausblick erlaubt

 

Vor exakt 25 Jahren haben wir im Auftrag und mit dem persönlichen Segen des letzten Rabbiners des vernichteten Preußischen Landesverbandes Gesetzestreuer Synagogengemeinden KdöR (sog. Halberstädter Verband), Izhak haKohen Halberstadt, die Gesetzestreue Jüdische Landesgemeinde Brandenburg wiedergegründet.

 

Die Ende 1989 gestartete politische Aktion zur Aufnahme jüdischer Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion gab uns Grund zur Hoffnung, dass dieses Land am Wiederaufbau des vernichteten jüdischen Lebens interessiert sei. Und das nicht etwa, weil dahinter moralische oder rechtliche Verpflichtungen stünden, sondern reines politisches und pragmatisches Kalkül.

 

Wir waren uns im Klaren, dass die Entscheidung, nach Deutschland zu gehen, für uns mit einem großen Vertrauensvorschuss sowie mit großen Risiken verbunden ist. Fast zwei Millionen aus der ehemaligen Sowjetunion ausgewanderter Juden haben sich für die USA und Israel entschieden. Etwa siebzig Tausend sind nach Deutschland gegangen. Unsere Gedanken waren, mit den Menschen aus der Politik, Regierung und Verwaltung gemeinsam das von deren Eltern und Großeltern vernichtete jüdische Leben in Deutschland wieder aufzubauen. Wir haben damals nicht damit gerechnet, dass wir mit diesen Gedanken allen diesen Menschen so richtig in die Quere kommen würden.

 

Von Anfang an haben sie uns bei jeder Gelegenheit zu verstehen gegeben, sie seien Bessermenschen, sie hätten immer Recht, sie wüssten alles besser und alle sollten auf sie hören. Sie meinten jedes Land auf dieser Erde belehren zu können. Sie seien die Guten, sie hätten immer und überall hilfsbedürftige Menschen gerettet. Sie wüssten besser als wir, was für uns Juden gut und was schlecht ist.

 

Als sie die Juden nach Ausschwitz gebracht haben, um sie vor dem Volkszorn zu schützen, wäre das eine Rettungsaktion gewesen, damit sie anständig in den Gaskammern sterben konnten, statt vom wilden Mob in den eigenen Häusern und auf den eigenen Straßen vor den Augen ihrer Kinder und Eltern - vergewaltigt, zerstückelt, geköpft und lebendig verbrannt zu werden. Und auch jetzt wollten sie die stets undankbaren Juden vor der sowjetischen Willkür retten.

 

Als Heinz Galinski, von 1954 bis 1963 - der erste Vorsitzende des „Zentralrates der Juden in Deutschland“, sie beschuldigt hat, den gestohlenen jüdischen Besitz nicht wieder herausgeben zu wollen, habe er nicht verstanden, dass der Grund dafür war, die Juden zur Auswanderung nach Israel bewegen zu wollen, und somit im Interesse der Juden und des Staates Israel zu handeln. Als sie die zwischen 1990 und 2004 nach Deutschland eingewanderten sowjetischen Juden über das ganze Land zerstreut haben, um den Wiederaufbau der vernichteten jüdischen Gemeinden zu verhindern, hätten sie den eingewanderten Juden damit ebenfalls die Auswanderung nach Israel nahegelegt. Die Zerstreuung sollte somit den Juden und dem Staat Israel zugutekommen.

 

Als der brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe für jüdische Einwanderer als Begrüßungsgeschenk eine Trauerhalle auf dem alten zerstörten jüdischen Friedhof in Potsdam renovieren ließ, hatten wir naiv angenommen, das Fachreferat für Judenangelegenheiten sei bloß inkompetent und hätte ihn falsch beraten. Man hätte einfach nicht gewusst, dass der Wiederaufbau des jüdischen Lebens nicht in einer Trauerhalle beginnt, sondern in einem dringend benötigten jüdischen Kindergarten und einer jüdischen Schule. Erst viel später haben wir verstanden, dass man bei der medienbegleiteten Übergabe der Trauerhalle eine klare und ehrliche Botschaft übermittelt hat: Es gibt in diesem Land keinen Platz für jüdisches Leben.

 

Als sie von Ignatz Bubis bereits seit 1995 seine Zustimmung verlangt haben, die Aufnahme der jüdischen Kontingentflüchtlinge aus GU-Staaten zu stoppen, hätten sie damit die sowjetischen Juden vor weiterer, in Deutschland zwingend verlangter Assimilation schützen wollen. Bubis mit seiner Reaktion: „Mit mir ist das nicht zu machen!“, - war bloß nicht darauf gekommen. Erst sein Nachfolger, Paul Spiegel hat seine Zustimmung loyal erteilt. Infolgedessen kamen seit 2004 kaum Juden mehr nach Deutschland.

 

Im Januar 1999 haben wir unsere Gemeinde wiedergegründet und damit gerechnet, dass das Land Brandenburg unser Vorhaben – den vernichteten Preußischen Landesverband Gesetzestreuer Synagogengemeinden KdöR wieder aufzubauen – unterstützen wird. Zumindest aus Gleichbehandlungsgründen wäre das Land dazu verpflichtet gewesen. Die uns vom zuständigen Judenreferat übermittelte Botschaft lautete: Außer dem Zentralrat der Juden in Deutschland und seinen Landesgemeinden würde in Deutschland keine weitere jüdische Religionsgemeinschaft benötigt, geschweige denn gefördert. Es bestehe keine rechtliche Grundlage für die Förderung jüdischer Religionsgemeinschaften, Staatsverträge gebe es nur für Einheitsgemeinden des Zentralrates der Juden. Dadurch seien der – sonst so judenfreundlichen – Landesregierung Brandenburg die Hände gebunden. Darüber hinaus fehle es an einer Rechtsgrundlage für die Zuerkennung des Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, auch wenn die Landesregierung dies für die konkurrierende Brandenburgische Landesgemeinde des „Zentralrates der Juden“ ohne jegliche Rechtsgrundlage erteilt hat.

 

Am 10. Mai 2005 haben wir in die „gebundenen Hände der judenfreundlichen Landesregierung Brandenburg“ die notwendige Rechtsgrundlage gedrückt. Mit seinem Urteil hat das Oberverwaltungsgericht Brandenburg die Landesregierung verpflichtet, die Gesetzestreue Jüdische Landesgemeinde mit der Landeseinheitsgemeinde des sog. Zentralrates der Juden gleich zu behandeln. Die Landesregierung hat jedoch vom brandenburgischen Parlament für sich neue Handschellen angefordert und erhalten. Mit der Zustimmung des Landtages wurde der zwischen der Landesregierung und der Landeseinheitsgemeinde des sog. Zentralrates der Juden geschlossene Staatsvertrag zum Landesgesetz. Das Anfang 2005 verabschiedete Zustimmungsgesetz sah vor, dass die Gesetzestreue jüdische Religionsgemeinschaft ihre Förderansprüche ausschließlich an die konkurrierende Landeseinheitsgemeinde des Zentralrates der Juden richten sollte.

 

Ein enormes Dankbarkeitsgefühl hat uns zu einem weiteren Versuch bewegt, die Landespolitik vom politischen Druck seitens des Judenrates zu befreien. Wir haben gegen das diskriminierende Landeszustimmungsgesetz beim Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerde eingelegt.

 

Am 12. Mai 2009 hat das Bundesverfassungsgericht die diskriminierende Regelung des brandenburgischen Staatsvertrages für verfassungswidrig und nichtig erklärt und das Land zur paritätischen Behandlung der beiden gleichwertigen und gleichberechtigten jüdischen Religionsgemeinschaften aufgefordert. Die Politik und Regierung haben damit die Möglichkeit bekommen, mit der gezielten Diskriminierung der Gesetzestreuen Landesgemeinde aufzuhören, ohne einen politischen Widerstand seitens des Vertreters des zentralen deutschen Judenrates zu befürchten.

 

Parteiübergreifende Strategie der Vernichtung und Vertreibung

 

Mit ihrer Reaktion auf diese historische Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes haben die Machthabenden ihre Strategie gegen das Judentum unverhohlen bekräftigt: Parteiübergreifend und im Einklang mit der Bundespolitik blieb dieses Land seiner Vernichtungs- und Vertreibungspolitik gegen das Judentum und gegen die Juden auch weiterhin treu. Der Zentralrat der Juden in Deutschland als Spitzenverband des von staatlichen Mitteln aufgebauten und am Leben gehaltenen deutschen Ersatzjudentums sei auch weiterhin der einzige jüdische Ansprechpartner der Regierung und der Politik. Seitdem wird der sog. Zentralrat der Juden und seine Landeseinheitsgemeinden zunehmend als Schutzschild der auf die Vernichtung des Judentums, Vertreibung der Juden und Schwächung des Staates Israel gerichteten deutschen Politik genutzt. Was diese Nationalstrategie in den vergangenen vierunddreißig Jahren erreicht hat, bekommen heute die in Deutschland noch verbliebenen Juden sowie der Staat Israel an der eigenen Haut zu spüren.

 

Brandenburg als Vorreiter

 

Das Land Brandenburg gilt bei der Umsetzung dieser Strategie nach wie vor als Vorreiter. In diesen 34 Jahren wurde im Land Brandenburg weder eine jüdische Schule, noch ein jüdischer Kindergarten, noch ein jüdisches Krankenhaus oder ein Wohnheim für jüdische alte Menschen wiederaufgebaut. Die Landeseinheitsgemeinde des sog. Zentralrates der Juden hat kein Eigentum der ehemaligen jüdischen Gemeinden zurückbekommen. Wo früher die von der DDR-Regierung zerstörte Synagoge am Platz der Einheit in Potsdam stand, steht jetzt ein Wohnhaus, auf der Stelle der ehemaligen Synagoge in Babelsberg - ein Bungalow, in der Stadtvilla der vernichteten jüdischen Gemeinde in der Berliner Straße wird das Sozialgericht untergebracht, die Restitutionszahlung für das Gebäude des jüdischen Kindergartens in Babelsberg ist an den sog. Zentralrat der Juden gegangen usw. In Potsdam gibt es kein jüdisches Viertel, kein jüdisches Restaurant und kein koscheres Lebensmittelgeschäft. Von ca. 8.500 seit 1990 aufgenommenen jüdischen Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion sind im Land Brandenburg heute weniger als 1000 Juden verblieben, ca. 500 davon leben noch in Potsdam.

 

RBB soll ein blühendes jüdisches Leben in Brandenburg zeigen

 

Neulich hat uns eine Autorin angerufen, die vom RBB beauftragt ist, einen Film über das blühende jüdische Leben in Brandenburg zu drehen. Der Anlass ist die im Sommer geplante Eröffnung einer staatlichen „Potemkinschen Synagoge“ in Potsdam. Es ist eine schwierige Aufgabe – etwas zu zeigen, das es nicht gibt. Es braucht Einiges an Kreativität, um ein landeseigenes Bürogebäude mit einem Veranstaltungsraum, einer Kantine und einer Sauna der Öffentlichkeit als „jüdische Synagoge“ glaubhaft zu präsentieren. Aber die Autorin schafft es bestimmt. Die Vertreter des dafür bezahlten Ersatzjudentums werden schon die richtigen potemkinschen Bilder liefern. Unserem Vorschlag, das jüdische Leben und die jüdische Infrastruktur in Paris, Amsterdam, Budapest, Antwerpen, Moskau oder sogar im ukrainischen Dnepropetrovsk oder Odessa mit dem brandenburgischen Ersatzjudentum zu vergleichen, wird die Autorin sicherlich nicht folgen, denn eine solche Sendung würde vom RBB nicht zugelassen und für die Autorin wäre das wohl ihr letzter RBB-Auftrag.

 

Schein-Synagoge als Landesbaumaßnahme

 

Die Potsdamer Schein-Synagoge ist in der deutschen Geschichte der erste Sakralbau, der vom Staat gebaut ist und der sich im Eigentum des Staates befindet. Ein Bundesland darf zwar für die Unterbringung der Landesbehörden Immobilien bauen. Eine Synagoge, eine Kirche oder eine Moschee zu errichten – ist dagegen verfassungswidrig. Aber nicht im Land Brandenburg! Das Land baut die Schein-Synagoge als Landesbaumaßnahme, das Gebäude bleibt im Landesbesitz und wird der Öffentlichkeit als „jüdische Synagoge“ präsentiert. Als Verwalter und Nutzer des Hauses hat sich das Land eine Tochterorganisation des sog. Zentralrates der Juden in Deutschland, den Verein „Die Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland“ aus Frankfurt am Main ausgesucht. Der Mitnutzer soll die Landeseinheitsgemeinde des „Zentralrats“ werden. Die architektonische Ausführung des Gebäudes lässt eine Umwandlung des Hauses zu einem administrativen Gebäude mit einfachen Mitteln zu, sodass für den Fall einer verfassungsrechtlichen Beanstandung oder der zu erwartenden Auflösung der Einheitsgemeinde der Nutzungszweck leicht umgestellt werden kann.

 

Hausgemachte und importierte Antisemiten

 

Eine sorgfältig durchdachte Erziehungs- und Bildungspolitik und die anhaltende massive Propaganda gegen den Staat Israel und gegen Juden haben dazu geführt, dass in Deutschland nach dem Holocaust mehrere Generationen von Menschen mit tief verwurzelter Feindseligkeit gegenüber Juden und dem Staat Israel erzogen worden sind. Die hausgemachten Antisemiten wurden qualitativ und quantitativ durch Millionen judenfeindlicher Araber gestärkt, die die deutsche Regierung als Flüchtlinge aufgenommen hat und weiterhin aufnimmt. Es wurde bereits ein neues Gesetz verabschiedet, wonach diese „Flüchtlinge“ innerhalb von 3 bis 5 Jahren nach Einreise deutsche Staatsbürger werden können. Und diese neuen deutschen Staatsbürger*innen werden jene Politiker wählen, die ihre Mistreiter weiterhin in Deutschland willkommen heißen werden.

 

Kein Platz für Juden

 

Von den ca. 70.000 Juden und ihren Familienangehörigen, die von 1990 bis 2004 nach Deutschland aufgenommen worden sind, ist heute nicht mehr als die Hälfte übrig geblieben. Die meisten davon sind im Rentenalter. Die Bundespolitik hat es nicht einmal geschafft, die Dienst- bzw. Arbeitsjahre der jüdischen Einwanderer aus der ehemaligen UdSSR anzuerkennen. Ältere jüdische Mitbürger*innen sind daher gezwungen, von Sozialleistungen zu leben. Die Bundespolitik hat es nicht geschafft, unseren Schabbat in die Liste der geschützten religiösen arbeitsfreien Tage aufzunehmen. Daher ignorieren Arbeitgeber und Jobcenter die Anträge gläubiger Juden, am Schabbat von der Arbeit befreit zu werden. Es gibt in Deutschland nur eine Handvoll jüdischer Schulen und Kindergärten und diese können kaum als jüdisch bezeichnet werden, da sie von den sogenannten Einheitsgemeinden betrieben werden. Die Polizei muss vor den Räumlichkeiten jüdischer Gemeinden Wache halten, da die Gefahr von Übergriffen immer größer wird. Die einzige Möglichkeit für die Juden in Deutschland, Angriffe und Beleidigungen zu vermeiden, besteht darin, ihre jüdische Identität nicht durch ihr Aussehen, ihre Kleidung oder Gespräche preiszugeben. Mit einer Kippa durch die Straßen zu gehen, offen etwas Jüdisches in den Händen zu tragen oder in der Öffentlichkeit Hebräisch zu sprechen, kann in Deutschland lebensgefährlich sein. Jüdische Zeitschriften und Zeitungen werden den Abonnenten in sogenannten neutralen Umschlägen versandt, sodass man nicht so leicht erkennen kann, in welchen Wohnungen und Häusern Juden leben. In vielen Städten gibt es bereits Gebiete, die Juden besser vermeiden sollten. Juden in Deutschland haben kaum Möglichkeit, eine Erlaubnis zum Tragen von Waffen zur Selbstverteidigung zu erhalten, wie es beispielsweise in Israel und anderen Ländern praktiziert wird. Allein der Staat hat es in der Hand, gegen die Gewalttäter vorzugehen und damit auch zu entscheiden, wer geschützt oder auch nicht geschützt wird. Der Besuch deutscher Schulen und Hochschulen ist für jüdische Kinder und Jugendliche mittlerweile nahezu unmöglich. Dort werden sie von ihren arabischen sowie links- und rechtsextremistisch gesinnten Mitschülern und Kommilitonen offen schikaniert.

 

Man kann sich nicht verstecken

 

Jeder, der sich zumindest ein wenig mit der Geschichte unseres Volkes auskennt, weiß, wozu alle Versuche, sich zu assimilieren, zu verstecken und „wie alle anderen zu sein“, geführt haben. Die Holocaustüberlebenden wissen es am besten. Und wie kann sich ein jüdisches Schulkind heute in einer deutschen Schule überhaupt verstecken, wenn seine Klassenkameraden ihn auffordern mitzugehen, um gemeinsam Steine auf jüdische Fenster zu werfen oder einen Juden zu verprügeln?

 

Grenzenlose Solidarität

 

All die Jahre hat Deutschland mit seiner außenpolitischen Position unserem jüdischen Staat Israel enormen Schaden zugefügt. In den Vereinten Nationen stimmt Deutschland ganz überwiegend gegen Israel oder enthält sich. Der deutsche Staat unterstützt großzügig das erfundene palästinensische Volk und fordert von Israel die Übergabe israelischer Gebiete an die Araber und die Teilung unserer heiligen und unteilbaren Hauptstadt Jerusalem. In all den Jahren hat Deutschland enorme Summen in die Finanzierung zahlreicher Terrororganisationen investiert, deren offenes Ziel die Zerstörung des Staates Israel ist. Deutschland und die Europäische Union zahlen jährlich Hunderte Millionen Euro an die Hamas und ihre Strukturen.

 

Am 7. Oktober 2023 feuerte die Hamas moderne Raketen auf Städte und Gemeinden Israels ab; aus dem Gazastreifen wurden etwa 5.000 solcher Raketen abgefeuert. Gut bewaffnete und ausgebildete Hamas-Banden fielen dann auf dem Land-, See- und Luftweg in nahegelegene israelische Gemeinden und Militäreinrichtungen ein. Etwa 1.500 Israelis wurden getötet, mehr als 245 als Geiseln genommen und es kam zu weitverbreiteter sexueller Gewalt gegen Frauen, Kinder und Männer. Die Angreifer verbrannten Erwachsene und Kinder bei lebendigem Leibe, schändeten die Leichen, zerstückelten und enthaupteten sie. Der Angriff war der größte Massenmord an Juden seit dem Holocaust und ein noch nie dagewesener brutaler Akt des arabischen Terrorismus.

 

Nach dem 7. Oktober stieg die Gefahr von Angriffen auf Juden in Deutschland um ein Vielfaches. Ein großer Teil der Verantwortung für die schreckliche Tragödie vom 7. Oktober kann und sollte der deutschen Regierung und der Europäischen Union zugeschrieben werden. Nach der Tragödie vom 7. Oktober beschlossen Deutschland und die Europäische Union, die finanzielle Unterstützung für den Gazastreifen, der noch heute größtenteils von der Hamas regiert wird, zu erhöhen. Gleichzeitig bekundete die Bundesregierung unter dem Beifall des „Zentralrats der Juden“ ihre Solidarität mit Israel und allen Jüdinnen und Juden in Deutschland.

 

Keine Gleichbehandlung für jüdische Flüchtlinge

 

Es herrscht Krieg in Israel, gegen die Hamas im Süden und gegen die Hisbollah im Norden. Die Zivilbevölkerung leidet täglich unter Raketenangriffen und feindlichen Einbrüchen in die jüdischen Städte und Gemeinden. Alte Menschen und Kinder müssen immer darauf vorbereitet sein, mehrmals am Tag zu Schutzbunkern zu laufen und dort lange Stunden zu verbringen. In dieser Situation weigert sich Deutschland solidarisch, Flüchtlinge aus Israel aufzunehmen. Jüdische Flüchtlinge aus Israel werden in Deutschland als Touristen behandelt und bekommen im Gegensatz zu arabischen Einwanderern keine Unterkunft und keine Sozialleistungen.

 

In Deutschland ist kein jüdisches Leben möglich

 

Viele hochgebildete und begabte deutsche Staatsbürger wollen auswandern oder haben Deutschland bereits verlassen, weil sie für sich und ihre Kinder hier keine Zukunft mehr sehen. Dazu gehören in erster Linie, wie immer, Juden. Wir kennen keine jungen Juden oder jüdische Familien mit Kindern, die in diesem Land bleiben wollen. Es stellt sich bloß die Frage – wohin geht man? Der Antisemitismus hat überall stark zugenommen, aber im Epizentrum des Antisemitismus zu bleiben – ist das Schlimmste. Für die meisten älteren jüdischen Menschen besteht leider keine Möglichkeit zur Auswanderung. Sie müssen hier bleiben und ihre Identität gut verstecken, solange die Einheitsgemeinden den zuständigen deutschen Behörden ihre Mitgliederlisten noch nicht vorgelegt haben…





Februar 2024 Schwat 5784

Die Wurzel

des Antisemitismus

Der Antisemitismus ist normaler Zustand

 

In unseren Beiträgen „Erlösung oder Endlösung?“, „Wenn Antisemitismus ein Teil der Staatspolitik wird“, „Antisemitismus in Deutschland – Lüge und Wahrheit“, „Eine Erfolgsgeschichte des Antisemitismus in Deutschland“, „Corona aus Sicht des Judentums“ usw. haben wir erläutert, dass der Antisemitismus eine staatspolitische Ideologie ist, die das Ziel hat, das Judentum zu vernichten.

 

Die Machthabenden führen ihren ewigen Krieg gegen das Judentum immer konsequent und aggressiv, aber auch zeitangepasst, kreativ und erfinderisch. Im Vordergrund ihrer Vernichtungsstrategie steht immer, möglichst die gesamte Bevölkerung zum Kampf gegen Juden zu mobilisieren und die angestrebte Vernichtung und Vertreibung des Judentums und der Juden aus dem Hintergrund als „besorgte und empörte Beobachter“ zu begleiten. Sie sorgen dafür, dass jede Generation an Menschen, die unstrittig nicht mit einem Hassgefühl gegen Juden auf die Welt kommen, zu sogenannten Alltagsantisemiten erzogen und zur Bekämpfung des jüdischen Lebens ermutigt werden.

 

Was sind die Wurzeln dieser staatspolitischen Ideologie, die in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts in Deutschland ihre Bezeichnung „Antisemitismus“ bekommen hat? Sind die Gründe des Antisemitismus irrational und bestehen nur, weil G-tt damit die Juden vor Assimilation bewahren will, oder besteht hier doch ein rationaler Aspekt?

 

Die Wurzeln des Antisemitismus sind allen gebildeten Menschen, die Tatsachen von staatspolitischer Propaganda unterscheiden können, bekannt. Eine ausführliche Antwort auf diese Frage findet man in der Tora und in den Kommentaren der jüdischen Weisen und Gelehrten. Wir versuchen heute, wenn auch in einer sehr vereinfachten Form und nur ansatzweise, diese Antwort unbefangenen Dritten zu offenbaren und zu erläutern.

 

Der irrationale Aspekt des Antisemitismus ist klar erkennbar. Ein kleines Volk, das der Menschheit mehr gegeben hat, als alle anderen Völker zusammen, sollte eigentlich von allen Völkern geschätzt und respektiert werden. Die Tatsache ist jedoch eine ganz andere. Wie Mark Twain in seinen „Briefen von der Erde“ schrieb: „Alle Völker hassen einander, und sie alle zusammen hassen Juden.“

 

Juden haben der Welt den einzigen G-tt, die Tora und die moralischen Gesetze gegeben. 15 Millionen Juden, die seit über 2000 Jahren in aller Welt verstreut leben, sind die besten Wissenschaftler, Ärzte, Juristen, Musiker und Künstler der Welt. Obwohl alle Juden insgesamt nur ca. 0,2% der Bevölkerung der Erde ausmachen, gehören 22% aller Nobelpreisträger zu ihren Repräsentanten. Die Menschheit verdankt jüdischen Wissenschaftlern, Medizinern und Geschäftsleuten die bedeutendsten Entdeckungen, Innovationen und Fortschritte im 19. und 20. Jahrhundert.

 

Nennen wir nur ein paar Beispiele:

Benjamin Rubin - Erfinder der gegabelten Impfnadel, die eine wichtige Rolle bei der Ausrottung der Pocken spielte; Jonas Edward Salk - entwickelte den inaktivierten Polioimpfstoff gegen Kinderlähmung; Paul Ehrlich - entwickelte eine medikamentöse Behandlung der Syphilis; Ilja Iljitsch Metschnikow – Begründer der modernen Immunologie. Er entdeckte die Immunabwehr-Mechanismen gegen Bakterien durch die weißen Blutkörperchen (Phagozytose) und erforschte die Heilung und Bekämpfung der Cholera; Stanley Cohen - seine Entdeckung des EGF-Rezeptors hat die Versorgung und die Aussichten für Millionen von Krebspatienten weltweit revolutioniert; Andrew Victor Schally – Nobelpreisträger, der berühmteste Forscher in der Endokrinologe; Aaron Beck - gilt als Vater der Kognitiven Verhaltenstherapie; Gregory Pincus – Entwickler von Antibabypillen; George Wald - Nobelpreisträger, Untersuchung der physiologischen und chemischen Sehvorgänge im Auge...

Stanley Mazor - Entwicklung des ersten kommerziellen Mikroprozessors; Leo Szilard - entwickelte mit E. Fermi den ersten Kernreaktor; Peter C. Schultz - Miterfinder der heute weltweit für die Telekommunikation eingesetzten Glasfaser; Benno Strauß - Wegbereiter für den industriellen Einsatz von rostfreiem Stahl; Theodore Willard Case - entwickelte mit dem Erfinder Lee De Forest Tonfilme; Emil Berliner - Erfinder der Schallplatte und des Grammophons; Charles Paulson Ginsburg – war Leiter eines Forschungsteams bei Ampex, das einen der ersten praktischen Videorecorder entwickelte…

Jeans - Levi Strauss, Starbucks - Howard Schultz, Google – Sergey Brin, oracle corporation - Larry Ellison, Facebook – Mark Zuckerberg…

Und wer kennt schon nicht die Namen von Alfred Dreyfus, Edith Stein, Gad Beck, Martin Buber, Simon Wiesenthal, Theodor Herzl, Walther Rathenau, Albert Einstein, Erich Fromm, Ernst Bloch, Hannah Arendt, Karl Marx, Lise Meitner, Paul Ehrlich, Rahel Hirsch, Sigmund Freud, Theodor W. Adorno, Elie Wiesel, Franz Kafka, Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, Marcel Reich-Ranicki, Rose Ausländer, Charlie Chaplin, Scholem Alejchem…

Die Liste kann man endlos fortsetzen. 

 

Und noch etwas: Die deutsche Gesellschaft, in der auch nach dem Holocaust der Antisemitismus blüht und Juden diskriminiert, angegriffen und umgebracht werden, hat nicht einen einzigen Juden gesehen, der sich aus Widerstand in einem deutschen Restaurant in die Luft gesprengt hat, der protestierte, indem er Menschen tötete.

 

Der seit über 3300 Jahren anhaltende Antisemitismus hat aber auch einen rationalen Aspekt. Er wird deutlicher, wenn man erkennt, welche gravierenden Gefahren das Judentum für die Machthabenden zu allen Zeiten und aktuell für die selbsternannten Europa-Demokraten mit sich bringt, dass sie das Judentum immer und überall vernichten wollen, und zwar auch dann, wenn sie alle Juden aus ihren Ländern bereits vertrieben haben.

 

Um die wahre Ursache für den ununterbrochen fortbestehenden Antisemitismus zu verstehen, müssen wir zuerst einen Blick auf den Anfang der Menschheitsgeschichte werfen.

 

Die Sintflut und der Widerstand gegen G-tt

 

Vor 4.125 Jahren waren die Menschen so weit in Verbrechen, Raub, Homosexualität und Zooerastie versumpft, dass G-tt sie für diese Sünden zur Sintflut verurteilte. Dem Gerechten seiner Generation, Noach gab G-tt den Grund für das Urteil an: חָמָס (Hamas) – ein Sammelbegriff für die oben genannten Untaten.

 

Damit die nach der Sintflut aus Noachs Familie stammende Menschheit nicht wieder im Hamas versumpft, gab G-tt den neuen Menschen sieben Gebote, nach denen sie ihr Leben auf der Erde gestalten sollten. Doch wollten sich auch die neuen Menschen nicht damit abfinden, dass G-tt der einzige und uneingeschränkte Herrscher und Gesetzgeber ist und die Menschen für ihr gesetzeswidriges Verhalten bestrafen kann. Um dagegen zu steuern, entschied Nimrod, der erste Mensch, der nach der Sintflut die Königswürde erlangte, einen riesigen Turm zu errichten. Der sogenannte Turm von Babel sollte als Hilfsmittel zum Widerstand gegen Macht G-ttes dienen. Das war der erste Versuch eines Machtinhabers, G-tt zumindest gleichzukommen. G-tt brachte den menschlichen Widerstand zum Verfall. Seitdem sollte der Turm von Babel für die Menschheit eigentlich als Sinnbild für Selbstüberschätzung gegenüber G-tt gelten. Doch haben die Menschen die erteilte Lektion schnell wieder vergessen.

 

Als der Sohn von Terach, Awram (später – Awraham), der allererste Jude, anfing, das Wissen über G-tt als den einzig wahren und allmächtigen Herrscher und Gesetzgeber zu verbreiten, unternahm König Nimrod einen – mit G-ttes Willen gescheiterten – Versuch, Awram zu töten. Nimrod sah in G-tt eine Konkurrenz für seine Macht und Awram war derjenige, der diese für die Königsmacht schädliche Ideologie verbreitete. Letztendlich musste Awram sein Land und sein Elternhaus verlassen und G-tt versprach ihm:

„Geh' für Dich allein von Deinem Lande, von Deinem Geburtsort und vom Haus Deines Vaters zu dem Land hin, das ich Dir zeigen werde. Und ich werde Dich machen zu großem Volke, ich werde Dich segnen, und ich möchte Deinen Namen groß werden lassen; werde Du ein Segen. Ich werde segnen die Dich segnen, und mich denen die Dir fluchen entziehen. Durch Dich werden alle Familien der Erde gesegnet sein.“ (Tora, Lech-Lecha; 1.M.12.1ff)

 

So entschied G-tt, ein Volk zu schaffen, das seine Gesetze, also seine Tora, lernen, pflegen und befolgen soll und im Land Kanaan (später – Israel genannt) einen Staat nach Vorschriften der Tora errichten soll. Der so errichtete und funktionierende Staat sollte als Musterstaat und Lehrwerkstatt für alle Völker dienen, damit sie nicht wieder im Verbrechen wie vor der Sintflut versumpfen.

 

Das Versprechen G-ttes ging in Erfüllung. Er befreite die Söhne von Awrahams Enkel Jakov (Israel) aus der ägyptischen Sklaverei und übergab ihnen das Land Knaan, wo Israelis den Staat Israel errichteten. Alle Völker der Welt kamen dann zum König Salomon, um von ihm und vom G-ttesvolk Israel die Gesetze und die Weisheit der Tora zu lernen.

 

Der erste Versuch, alle Juden zu vernichten

 

Jakov, der jüngere Sohn Izchaks und der Enkel Awrahams, bekam von G-tt seinen zweiten Namen, Israel, und zog mit seinen elf Söhnen nach Ägypten zu seinem Sohn Josef, der vom Pharao zum Premierminister ernannt wurde. Vor seinem Umzug schickte Jakov seinen Sohn Yehuda nach Ägypten mit der Aufgabe, dort eine Schule zu errichten, wo die Vorschriften und Gesetze der Tora, die sein Großvater Awraham, sein Vater Izhak und er selbst von G-tt bekamen, an seine Familie weiter vermittelt werden könnten. 

 

Die Ägypter sahen ein, dass G-ttes Name auf Josef ruht und er die Quelle ihres Segens ist, und sie freuten sich hoffnungsvoll über den Zuzug seines Vaters und seiner Brüder. Ägypten war damals militärisch und wirtschaftlich eine weitgehend anerkannte Weltmacht, galt aber zugleich als der unmoralischste Ort der Welt. Auch wenn die zwölf Stämme Israels abgesondert, in der Landesprovinz Goschen lebten, waren sie in Ägypten einer starken Assimilation ausgesetzt. Sie konnten jedoch ihre Sprache, Kleidung und ihre jüdischen Namen bewahren und ließen keine gemischten Ehen zu. Einer der Söhne Israels, Levi, gründete in Ägypten weitere Schulen, in denen sein Stamm sich dem Erlernen der Traditionen und Gesetze der Tora widmete. Diese Lehre beruhte auf der festen Überzeugung, dass G-tt alleiniger Schöpfer, absoluter Herrscher und der einzige legitime Gesetzgeber ist, und vermittelte einige schon damals bekannte Werte der Tora wie Moral, Ethik, Gewissen, Barmherzigkeit, soziale Gerechtigkeit… 

 

Die Söhne Israels wuchsen in Ägypten zu einem großen und starken Familienclan heran. Sie waren von den Ägyptern geschätzt und respektiert und als echter Segen für das Land angesehen. Die Israelis waren gute Nachbarn und zuverlässige Geschäftspartner, aktive und tüchtige Mitgestalter des gesellschaftlichen Lebens und treue Befürworter des Landes und des Pharao.

 

Und weil sie immer zahlreicher und stärker wurden, machte sich der Pharao zunehmend Sorgen über seine Machtposition. Er stellte sich selbst als Gott, Herrscher und den einzigen legitimen Gesetzgeber dar. Die immer größer und stärker werdenden Söhne Israels und ihre für seine Macht schlichtweg untergrabende Lehre, die sie, wenn auch passiv und bisweilen unbewusst, in sich trugen, hielt er für eine bedeutende potentielle Bedrohung. Das zahl- und bedeutungsmäßige Wachstum dieser Bevölkerungsgruppe forderte den ägyptischen Machthaber zum Handeln. Daraufhin entschied der Pharao, die Israelis zu vernichten. 

 

Eine direkte Ermordung zu befehlen, war jedoch sogar für einen so absoluten Machtinhaber wie den Pharao undenkbar. Ihm war klar, dass die Ägypter die willkürliche Ermordung einer respektablen Bevölkerungsgruppe nicht akzeptieren würden und so ein abscheuliches Verbrechen seinen Ruf weit über die Grenzen Ägyptens stark beschädigen würde. Außerdem konnte der Pharao den Israelis offiziell nichts vorwerfen, was seine Vernichtungspläne auch nur annähernd rechtfertigen würde..

 

Der Pharao schlug einen anderen Weg ein, den die Söhne Israels bereits seit über zwei Tausend Jahren in verschiedensten Ländern im Exil, und insbesondere in Deutschland und Europa, immer wieder erkennen können.

 

Auf seine geheim zu haltende Anregung hin, sollte die ägyptische Propagandamaschinerie unter den Ägyptern Hass und Feindschaft gegen die Israelis schüren. Es wurde suggeriert, dass die Israelis auf Kosten der Ägypter immer stärker und größer werden, dass sie heimliche Feinde und potentielle Verräter des Landes seien und sich jedem Angreifer anschließen würden, der kommt um die Ägypter zu vernichten. (In späteren Zeiten warfen auch andere Völker wie Mauren, Türken und Franzosen ihren jüdischen Mitbürgern Beihilfe den Staatsfeinden vor.) Mithilfe einer ausgeklügelten Landesmaßnahme „Gemeinnützige Tätigkeit“ wurden die Israelis, wie man heute sagt „aus besonderem landespolitischen Interesse“, vorerst zu Zwangsarbeiten verpflichtet, allmählich entrechtet und letztendlich versklavt. 

 

Nachdem die Propaganda ihre volle Wirkung zeigte und der Hass gegen Israelis unter den Ägyptern immer stärker wurde, entschied der Pharao, dass sein geheimer Vernichtungsplan auch als politische Waffe zur Konsolidierung seiner eigenen Kräfte dienen muss. Als alleiniger und uneingeschränkter Machtinhaber konnte er jetzt seinen machtlosen und unterdrückten Untergebenen eine Bevölkerungsgruppe zum Zerfetzen vor die Füße werfen, damit sie ihren Frust rauslassen und sich auch mal als Herrscher fühlen konnten. Für die unterdrückten und miteinander konkurrierenden ägyptischen Kasten schaffte er aus den Söhnen Israels eine Paria-Kaste, die Ägypter demütigen, diskriminieren und verachten durften und sich dadurch frei und privilegiert fühlen konnten. (Viele deutsche Gesetze gegen Juden verdanken ihren Ursprung dieser Politik). Der Pharao ermächtigte Ägypter, die Israelis jederzeit zu weiteren Sklavenarbeiten in privaten Haushalten zu verpflichten. Dadurch fühlten sich die Ägypter nicht nur in einer Herrscherposition, sondern bekamen gleichzeitig ein wirtschaftliches Privatinteresse an der weiteren Diskriminierung und Versklavung der Israelis.

 

Da die Israelis trotz allem immer zahlreicher wurden, fingen auf heimlichen Befehl des Pharaos seine Geheimdienste sowie auch viele zur Gewalt gegen Israelis sensibilisierte Ägypter an, israelische Knaben zu jagen und zu tötet. Die ägyptischen Behörden verweigerten den Israelis – selbstverständlich nicht offiziell – jeglichen Schutz gegen die staatlich organisierte „spontane Welle des Volkszorns“, oder, wie es heute in der deutschen politischen Sprache heißt, gegen den Alltagsantisemitismus.

 

Auf der Grundlage der Kommentare des weltweit berühmten Rabbiners aus Deutschland, Rav Samson Rafael Hirsch (1808 - 1888) und seiner Nachfolger kann man gut nachvollziehen, dass die Wurzeln der heutigen staatspolitischen Ideologie, die das Ziel hat, das Judentum zu vernichten, also die Wurzeln des Antisemitismus ihre Anfänge in Ägypten fanden.

 

Esaw und Amalek

 

Ohne das Wissen über Esaw und Amalek kann man nicht verstehen, warum der Antisemitismus ein normaler Zustand der Machthabenden, sei ihre Macht eine Diktatur oder ein unter einem demokratischen Mäntelchen verstecktes Parteikartell, ist und warum Deutschland zum Hauptquartier von Esaw und Amalek wurde und geblieben ist.

 

Esaw und sein jüngerer Bruder Jakov waren Söhne von Izchak und Rivka. Noch vor der Geburt der Brüder erhielt Rivka vom Noachs Sohn Schem eine Prophezeiung, dass zwei große, aber ungleiche Völker von den Brüdern abstammen würden und der Aufstieg des einen immer mit dem Sturz des anderen verbunden sein würde. Der Kampf zwischen den Völkern würde zum Sieg des Jüngeren über den Älteren sein und der Ältere würde dem Jüngeren dienen.

 

Esaws Lebenswandel war nicht im Sinne seines Vaters Izchak und seines Großvaters Awraham. Raub, Mord und Ehebruch waren für ihn nicht gesetzeswidrig. Trotzdem beanspruchte Esaw für sich das Erbe von Awraham und Izchak. Jakov dagegen erstrebte Heiligkeit mit vollkommener Hingabe, strahlte Liebe zu den Menschen aus und G-tt bestimmte die Nachfolge Awrahams und Izchaks allein für Jakov. Durch den Segen seines Vaters wurde Jakov zum legitimen geistigen und rechtlichen Erben seines Großvaters Awraham und seines Vaters Izchak.

 

Daraufhin zog Esaw, genannt auch Edom, weg in das Land Seir, gab jedoch nie seinen Anspruch auf, der alleinige Rechtsnachfolger seines Vaters Izchak und seines Großvaters Awraham zu werden. Er war jedoch nie dazu bereit, das von ihm verachtete und abgelehnte geistige Erbe von Awraham und Izchak zu übernehmen. Seine böse Absicht und sein Vermächtnis an seine Nachfahren stand seitdem für immer fest – Jakov zu vernichten und den Segen Awrahams und Izchaks zu übernehmen, um ihn wider G-ttes Willen für die Legitimierung und Durchsetzung seiner gotteslästerlichen Lebensweise und seines Hauptanspruchs, über andere Völker zu herrschen und zu bestimmen, zu missbrauchen.

 

Unter Esaw (Edom) ist eine Ideologie zu verstehen. Die Preisung der Macht, der Anspruch, Bessermenschen zu sein, Militarismus und Kriegsneigung gehören zu den Haupteigenschaften dieser Ideologie. Dass G-tt der einzige Herrscher und Gesetzgeber ist, lehnt Esaw (Edom) für immer ab - dies beansprucht er für sich allein.

 

So zieht sich der ewige Vernichtungskampf Esaws gegen Jakov durch die Weltgeschichte bis zum heutigen Tage. Es ist ein Kampf von zwei völlig unterschiedlichen Weltanschauungen, von zwei fremden und gegeneinander stehenden Ideologien. Es ist ein Kampf Esaws gegen G-tt, ein Kampf, den bereits der König Nimrod und der Pharao führten.

 

Das Römische Reich gilt im Judentum als ideologischer Nachfolger von Esaw und die abendländische Zivilisation - als Erbe von Rom. Diese Zivilisation stammt vom Esaw ab, der von seinem Vater Izchak und seinem Großvater Awraham, den Gründern des jüdischen Volkes, abkam. Sie ist durchtränkt vom Esaws Geist. Esaw (Edom) ist fleißig, sorgfältig und zielstrebig, aber auch brutal und hochmütig. Er neigt zur Verachtung und Unterdrückung, er erhebt den Anspruch, Bessermensch zu sein und jedes Volk auf dieser Erde in allen wichtigen Lebensfragen belehren zu können. Er greift zur Diskriminierung, Erniedrigung und Diffamierung, aber auch zur Vertreibung und Vernichtung derjenigen, die sich ihm nicht unterwerfen. Die abendländische Zivilisation ist Esaws Welt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Verfolgung und Vernichtung des jüdischen Lebens ausgerechnet in Deutschland ihren Höhepunkt erreicht haben. Denn Deutschland ist das Hauptquartier von Esaw.

 

In der Tora steht: „…gedenke, was Amalek dir angetan, als du aus Ägypten zogst... Vertilge das Andenken an Amalek unter dem Himmel, vergiss dies nicht.“... (Dwarim, 25:17-19). Der erste Amalek, war der in einer Doppelsünde geborene Enkel von Esaw, er war der Sohn und gleichzeitig der Bruder seiner Mutter. Er wuchs unter Esaws Obhut auf und erbte von ihm den Hass gegen Jakov und seine Nachkommen.

Amalek sagte seinem Großvater Esaw: 

Ich fürchte G-tt nicht. Ich fühle keine Scham, weder für deine noch für meine Taten. Ich brauche den Gerechten keine Ehre zu erweisen. Ich verschmähe sie und ihre Taten. Ich allein bin groß und stark, ich werde Krieg gegen die Söhne deines Bruders führen, offen oder aus dem Hinterhalt. Ich werde die Schwachen überfallen und auch die Starken niedermetzeln, bis es mir gelingt, sie alle endgültig auszurotten.

 

So wuchs ein abscheulicher Zweig von Esaws Stamm. Sein Lebensziel bleibt es für immer, Israel mit eigenen Händen zu vernichten, sogar wenn er dem eigenen Untergang ins Auge schauen muss. Amaleks Ideologie bleibt für immer von der Ablehnung G-ttes und Seines Volkes Israel bestimmt. In den Zeitabschnitten, in denen die Söhne Israels in den Exilländern besonders stark zu Assimilation neigen, wird Edom zu Amalek, zum blutigen Schwert in den Händen Esaws. Mit diesem Schwert wurden in Europa sechs Millionen Juden getötet.

 

Nach der durch G-ttes Wunder und vor den Augen aller Völker erfolgten Befreiung zogen die Israelis aus der Sklaverei aus Ägypten, welches durch die zehn ägyptischen Plagen verwüstet war. G-tt spaltete für die Israelis das Meer und ließ die ägyptischen Streitwagen, die die Israelis verfolgten, im Meer ertrinken. Nach all dem bestanden unter den Völkern der Welt keine Zweifel mehr, dass G-ttes Segen für Awraham und für Izchak in Erfüllung geht und die Israelis unter G-ttes Schutz stehen, damit sie ins Land Knaan zurück kehren und ihre G-ttliche Bestimmung auf der Erde erfüllen können.

 

Als Amalek die Israelis aus Ägypten herausziehen sah, versammelte er sein Volk und lauerte ihnen auf dem Wege auf, um die Schwachen und Kranken zu töten und damit den Status Israels als unantastbares Volk G-ttes zu zerstören und Verwirrung und Zweifel in die Herzen der Menschen zu bringen, sowohl in Israels als auch in die Herzen aller Völker.

 

Durch die Offenbarung am Berg Sinai mit der Schenkung der Tora an Israel, bestätigte G-tt vor den Augen der drei Millionen Menschen, Juden und Nicht-Juden, Seinen Bund mit den Söhnen Israels und ihre besondere Mission, nach den Gesetzen der Tora leben zu müssen und dadurch ein Priestervolk für alle Völker der Welt zu werden.

 

Von der Offenbarung G-ttes, die die ganze Welt veränderte, unbeeindruckt verfolgt Amalek seitdem die Juden, wie eine Schmeißfliege, die sich auf jede offene Wunde setzt. Je mehr sich die Juden assimilieren, desto mehr offene Wunden entstehen bei ihnen und desto stärker wirkt die zerstörerische Kraft Amaleks. Mit ihrer festen Bindung an unsere heilige Tora und zu G-tt können Juden zur vollständigen Vernichtung von Amalek beitragen und sich von der Verfolgung Esaws befreien, aber solange dies nicht der Fall ist, bleibt Amalek die Geißel zur Bestrafung Israels (Tanhuma, 18; Raschi zu Bemidbar, 21:1).

 

Seinen ersten Versuch der „Endlösung der Judenfrage“ unternahm Amalek nach der Zerstörung des Ersten Tempels und der Eroberung Jerusalems durch das neubabylonische Reich, das Chaldäerreich. Seitdem erinnern sich die Juden an die nachfolgenden Ereignisse im babylonischen Exil jährlich zum Purim-Fest bei der dazugehörigen öffentlichen Vorlesung des Buches Ester (Megilat Ester). Aus diesem Buch ist uns bekannt, wie der Nachkomme von Amalek, der oberste Minister des damals mächtigsten Königs Achaschwerosch, Haman, den König von der Notwendigkeit der Vernichtung aller Juden überzeugen konnte. Er sagte zu Achaschwerosch:

„Da gibt es ein Volk, zerstreut und abgesondert unter den Völkerschaften in allen Provinzen deines Königreiches. Und ihre Gesetze sind verschieden von denen jedes anderen Volkes, und die Gesetze des Königs befolgen sie nicht. Dem König bringt es nichts ein, sie gewähren zu lassen…“

 

Wie auch in Ägypten, assimilieren sich die Juden im babylonischen Exil sehr stark. Die meisten wollten nicht mehr zurück nach Israel gehen und den Tempel wiederaufbauen. Hamans Argumente, dass die Juden nach den Gesetzen G-ttes lebten und die königlichen Gesetze ablehnten waren also weit überzogen. Und doch konnte der König Achaschwerosch, ähnlich wie der Pharao, eine Gefahr für seine Macht darin erkennen, dass es früher oder später dazu kommen kann, dass die für seine Macht und seine Esaws-Ideologie äußerst bedrohlichen Grundsätze des Judentums Sympathien unter seinen Untergebenen gewinnen. Er stimmte dem Vernichtungsplan zu.

 

Ähnlich wie der Pharao nutzte auch Achaschwerosch die angeordnete Vernichtung als politische Waffe zur Konsolidierung seiner Untergebenen. Sie durften die wehrlosen Juden mit eigenen Händen brutal, die Kinder vor den Augen ihrer Eltern an einem Tag, töten und berauben.

 

Und Haman schrieb im Namen des Königs Achaschwerosch:

alle Juden ausrotten, vernichten und zugrunde richten, vom Jüngling bis zum Greis, kleine Kinder und Frauen, an einem Tag, am dreizehnten des zwölften Monats, der der Monat Adar ist, und ihre Habe als Beute zu plündern. (Megilat Ester, 3:12-15).

 

Israel im römischen (edomischen) Exil

 

Die Geschichte des Kampfes Esaws und seiner Nachfahren (Edom) gegen Jakov und sein Volk Israel kann man im Laufe der ganzen Geschichte des jüdischen Volkes verfolgen. Esaw (Edom) verfolgt konsequent sein Ziel, unter den Völkern als Herrscher und Gesetzgeber anerkannt zu werden. Die Nachfahren von Esaw bleiben dem Vermächtnis ihres Urvaters, Israel zu vernichten, immer treu.

 

Nachdem die Römer den Zweiten Tempel in Jerusalem zerstörten und die Juden umbrachten und vertrieben, war die Geschichte der Juden in den Exilländern seit dem 11. Jahrhundert durchgehend von Pogromen, Vertreibung und Vernichtung, durch Tötung oder durch Zwangsassimilierung, begleitet:

Frankreich (fünf Mal), England, Spanien (zwei Mal), Italien (Sizilien, Florenz), Portugal, Russland (Rus, Novgorod, Russland), Schweiz (Zürich) usw.

 

Für die moderne abendländische Demokratie bleibt das Judentum mit seinen moralischen, ethischen und rechtlichen Werten der Tora lebensbedrohlich. Diese passen nicht für ein immer an der Macht bleibendes Parteikartell. Der Antisemitismus ist der normale Zustand der Machthabenden in einer Pseudo-Demokratie, wie wir sie heute in Deutschland erleben.

 

Die Vernichtungsstrategien der Machthabenden gegen das Judentum haben sich seit tausenden Jahren prinzipiell nicht geändert. Hinzu gekommen sind das in Deutschland nach der Wiedervereinigung erfundene, als Zentralrat der Juden präsentierte und vom deutschen Staat finanzierte Ersatzjudentum, hinter dem die Machthabenden ihren Vernichtungskrieg verstecken, und das in Deutschland von Moses Mendelssohn erfundene und vom deutschen Staat finanzierte Reformjudentum, das wie auch das Ersatzjudentum kein Judentum ist.

 

Seit der Wiedergründung des Staates Israel unterstützt Europa und insbesondere Deutschland alle Feinde Israels, die den jüdischen Staat vernichten wollen. Die Vernichtung des Judentums, der Juden und aktuell auch des jüdischen Staates gehört zur Esaw-Ideologie. Ohne diese Ideologie würde der jüdische Staat Israel für seine in den letzten 70 Jahren erbrachten hervorragenden Leistungen für die Welt als Muster einer echten Demokratie und Entwicklung dienen. Die Esaw-Welt kann aber einen jüdischen Staat als Muster nicht ertragen. Dies wäre für die Europa-Demokraten ein lebensgefährlicher Präzedenzfall. Und für alle ehrlichen Europäer - ein musterwürdiger. Für Bill Gates, Microsoft-Gründer und Mäzen, ist es das bereits. Er sagte in einem seiner Interviews für die Zeitung Maariv:

 

Israel ist eine Supermacht. Israel kann sicher als Hauptplattform für alle Errungenschaften in der Welt der Wissenschaft, Medizin, Forschung, Technologie und Innovation bezeichnet werden. Dieses Land schafft wichtigste Durchbrüche und Weltentdeckungen. Dass ungefähr 22% aller Nobelpreisträger Juden sind, beweist nur einmal mehr, dass das Volk Israel die treibende Kraft der ganzen Welt ist. Israel ist die Hightech-Supermacht der Welt und dies erklärt seinen bedeutenden Beitrag nicht nur zur Organisation von Startups, sondern auch zur Schaffung von Forschungszentren für transnationale Unternehmen wie Microsoft, Intel und Motorola… Zusätzlich zu den oben genannten hat der jüdische Staat das einzigartigste Luftverteidigungssystem "Iron Dome" geschaffen. Es waren die Israelis, die den Venus-Satelliten starteten, dank dessen das Problem der Vegetation des Planeten kontrolliert wird, was Spezialisten hilft, Klimaveränderungen zu stoppen! Nur in dieses Land kommen Menschen aus der ganzen Welt, um innovative medizinische Versorgung zu erhalten ... Die lokalen Startups sind den Unternehmen im Silicon Valley in den USA sehr ähnlich. Wenn Sie in etwas gut sind, führt ihr Erfolg zur Entwicklung verwandter Bereiche. Israel ist den Vereinigten Staaten viel ähnlicher als jedes andere Land, das ich besucht habe… Seit über 70 Jahren ist die Welt erschüttert von den herausragenden Ideen der Juden, ihrer Bewegung in neue Höhen und ihrem Wunsch, die Welt zum Besseren zu verändern. Seit mehr als 70 Jahren ist Israel das Epizentrum der technologischen Prozesse und brillanten neuen Konzepte, die die Menschheit verändern. Mehr als 70 Jahre - und das ist erst der Anfang!

 

Im Holocaustmuseum in Moskau ist ein Zitat aus dem Buch „Leben und Schicksal“ des russischen Schriftstellers Wasilij Großman zu sehen:

 

„Die Geschichte der Menschen war nicht der Kampf des Guten, bestrebt, das Böse zu besiegen. Die Geschichte der Menschheit - das ist der Kampf des großen Bösen, welches bestrebt ist, das Körnchen der Menschlichkeit zu zerschlagen. Aber wenn jetzt das Menschliche im Menschen nicht getötet ist, so wird das Böse auch den Sieg nicht erringen“.

 

Von Shimon Nebrat Kislew, 5781

Historische Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts – Beschluss 2 BvR 890/06 vom 12. Mai 2009 – stellt einen sehr bedeutenden Schritt im Verhältnis zwischen dem Deutschen Nationalstaat und der Jüdischen Nation nach dem Zweiten Weltkrieg dar.

Durch die Machtübernahme der deutschen Faschisten war den (gesetzestreuen) Juden in Deutschland die Möglichkeit genommen worden, ihre Religion frei auszuüben.

Mit der jetzigen Entscheidung haben sie zum ersten Mal die Möglichkeit, ihr Gemeindeleben unabhängig von dem so genannten Zentralrat der Juden in Deutschland bzw. seinen Landesverbänden gestalten zu können.

Das Bundesverfassungsgericht hat deutlich gemacht, dass ein staatlicher Zwang zu einer einheitlichen organisatorischen Zusammenfassung aller Juden in Deutschland, wie die bisherige Praxis der Bundesregierung und der Landesregierungen war, mit dem im Grundgesetz garantierten Recht auf religiöse Selbstbestimmung nicht vereinbar ist.

Die gesetzestreuen Juden in Deutschland haben jetzt die Möglichkeit bekommen, das Vermächtnis der letzten Rabbiner des von den deutschen Faschisten vernichteten „Halberstädter Bundes“ (Bundes gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden) in Erfüllung zu bringen.

Dieses Vermächtnis ist vom Rabbiner Izhak Hakohen Halberstadt (sel. A.) in Berlin bei der feierlichen Gründungsveranstaltung des Bundes gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden in Deutschland im Mai 1999 übergeben worden:

„Wenn ihr irgendwann nach Deutschland zurück kehren solltet, müsst ihr aus dieser von den Nazis gegründeten Zentralen (Zwangs)Vereinigung der Juden wieder austreten. Im Judentum kann es keine Einheitsgemeinden geben“.

Die rabbinische Prophezeiung geht jetzt in Erfüllung. In Deutschland leben wieder gesetzestreue Juden. Neben den sogenannten progressiven Juden, sogenannten Einheitsgemeinden und nicht religiösen jüdischen Gruppierungen, die sich wegen der staatlichen Förderungen auch als jüdische Gemeinden bezeichnen, entstehen wieder Gesetzestreue Jüdische Gemeinden. Sie haben im Jahr 1998 die Möglichkeit bekommen, sich im Bund Gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden in Deutschland zu organisieren.

Unbestritten bleibt, dass die „Progressiven“, Atheisten und Gesetzestreuen keine gemeinsamen Interessen haben und haben können und daher keine gemeinsame Interessenvertretung möglich ist. 1989 begann die Aufnahme von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion. Damit begann auch die Wiederherstellung des Judentums in Deutschland, so dass der sogenannte Zentralrat der Juden in Deutschland nicht mehr als eine Interessenvertretung aller Juden in Deutschland zu verstehen war, sondern eher eine für die Bundesregierung besonders bequeme Regulierungs- und Beziehungsform mit der „jüdischen Seite“ darstellte.

Bundesverfassungsgericht

Eine „jüdische Seite“ existiert jedoch genauso wenig wie eine „christliche Seite“. Ähnlich wie Protestanten und Katholiken im Christentum gesondert, aber jeweils gleichbehandelt werden, müssen auch gesetzestreue Juden und andere Juden paritätisch behandelt werden.

In den Augen vieler zugewanderter Juden stellt jetzt der sogenannte Zentralrat der Juden eine dem Judentum fremde Zweckgemeinschaft dar, die man für alle möglichen politischen Anlässe benutzen kann. Unter dem Dach dieses Zentralrates sind zwei einzigartige und typisch deutsche Phänomene entstanden: Einheitsgemeinde und Nichtjuden (nach der Halacha) als Vertreter der Jüdischen Gemeinden.

Es ist jetzt höchste Zeit, die Spreu vom Weizen zu trennen. Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist nun geklärt, dass auch die Bundesregierung verpflichtet ist, den Bund Gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden in Deutschland und den sogenannten Zentralrat der Juden in Deutschland paritätisch zu behandeln. Dementsprechend soll der 1998 in Berlin wieder gegründete Bund Gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden in Deutschland jetzt wachsen, stärker werden und seine Vertretungs- und Förderungsansprüche gegenüber der Bundesregierung geltend machen.

Wir hoffen auf eine gute Partnerschaft und segensreiche Zusammenarbeit mit der Bundesregierung und den zuständigen Bundesbehörden, denn nur zusammen können wir unser gemeinsames Ziel – Wiederherstellung des vernichteten jüdischen Lebens in Deutschland – erreichen.

Gemeinsame Pressemitteilung des Bundes Gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden in Deutschland und der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde Brandenburg zum Beschluss des Bundesverfassungsgerichts.

Im Auftrag des Präsidiums des Bundes Gesetzestreuer Jüdischer Gemeinden in Deutschland
Daniel Khaet

Im Auftrag des Vorstandes der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde Brandenburg
Semen Gorelik

Potsdam, 24.06.2009
2. Tamus 5769


         
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