Für den Wiederaufbau des vernichteten jüdischen Lebens wird nicht eine zur Schau getragene Schein-Synagoge benötigt, sondern in erster Linie jüdische Kindergärten und Schulen.
 
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18. Mai 2026 "Berliner Morgenpost"
Antisemitismus
„Anhaltende Belastung durch dauerhaften Ausnahmezustand“
...leben Jüdinnen und Juden in Deutschland in einem „Dauerkrisenzustand“. Nur noch 13 Prozent der jüdischen Gemeinden bewerten die Zukunft jüdischer Existenz in Deutschland derzeit positiv: So beschreibt es das Lagebild des Zentralrats der Juden, das am 1. Mai erschienen ist...
Darin zeigt sich die Kluft zwischen der Wahrnehmung der Mehrheitsgesellschaft und der Wahrnehmung vieler Jüdinnen und Juden, was antisemitische Gewalt angeht. „Der Krieg im Nahen Osten war immer nur ein Vorwand, niemals ein Grund für antisemitische Übergriffe und Hetze in Deutschland“...
Die gesellschaftliche Solidarität schwindet. Und Jüdinnen und Juden ziehen sich aus der Öffentlichkeit immer stärker zurück...
„Die Sicherheitslage hat dabei tiefgreifende Auswirkungen auf Alltag, Verhalten und die psychische Stabilität von Jüdinnen und Juden in Deutschland.“...
Bestimmte Bereiche stechen heraus. An Berliner Hochschulen erleben jüdische Studierende mehrfache Diskriminierung: Sie reicht von gezieltem Ausgrenzen über antisemitische Andeutungen und Bildsprache (Sticker und Bilder) bis hin zu plötzlichen Angriffen auf jüdische Studierende. Weitere Bereiche sind Schulen, Nachbarschaften, das Gesundheitswesen sowie Kunst und Kultur...
17. Mai 2026 "WELT-ONLINE"
„Ein Antisemitismus, der offen auf deutschen Straßen ausgetragen wird“
...Bei einer pro-palästinensischen Demo in Berlin zum Nakba-Gedenktag sind mehrere Personen festgenommen worden. „Es hat sich weniger um eine Pro-Palästina-Demo gehandelt, sondern eher um eine Anti-Israel-Demo“, so Polizeigewerkschafter Heiko Teggatz...
17. Mai 2026 "Frankfurter Rundschau"
Viele Angriffe auf jüdische Gräber
...Es gibt jedoch nur eine geringe Aufklärungsquote.
...Die hessische Polizei hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren insgesamt 28 Angriffe auf Orte oder Gedenktafeln registriert, mit denen an die Verbrechen zur Zeit des Nationalsozialismus erinnert wird. Zudem sind den Sicherheitsbehörden in den vergangenen sechs Jahren 21 Schändungen jüdischer Friedhöfe bekannt geworden. Beide Zahlen gehen aus der Antwort des hessischen Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen im hessischen Landtag hervor...
Friedhöfe in ganz Hessen betroffen
Die 21 Friedhofsschändungen, die zwischen Anfang 2020 und Oktober vergangenen Jahres festgestellt wurden, betreffen jüdische Friedhöfe in ganz Hessen, unter anderem in Großstädten wie Frankfurt und Offenbach, aber auch in kleineren Orten wie Korbach (Landkreis Waldeck-Frankenberg), Sinntal (Main-Kinzig-Kreis) oder Babenhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg)...
Zum Schutz von Mahnmalen und Gedenkstätten biete die Polizei individuelle und kostenlose Beratung an, heißt es in der Antwort weiter...
16. Mai 2026 "WELT-ONLINE"
Der ganz normale Antisemitismus des Rap-Superstars Kollegah
...Der Musiker Kollegah erklärt US-Präsident Trump in seinem neuen Song zur „Handpuppe Israels“ und rappt über eine „verblendete, messianische Endzeitsekte“. Bei seinen Hunderttausenden Fans bleibt sein offener Antisemitismus unwidersprochen...
Im neuen Song „Killuminati“ des Rap-Superstars Kollegah, der mittlerweile unter seinem bürgerlichen Namen Felix Blume auftritt, muss man nicht nach Codes und Chiffren suchen, um Antisemitismus zu finden. „Komm ma’ ran, Donald Trump, du kannst mir hier viel erzähl’n, aber mach mir nicht auf Boss, du Handpuppe Israels“, heißt es darin. „Schickst Soldaten in den Tod, machst dir die Hände dreckig, für eine verblendete, messianische Endzeitsekte.“...
„Er rappt gegen die Tech-Barone, Netanjahu, Trump, Bankendynastien und die Epstein-Elite. Amerika und Israel bekommen ihr Fett weg.“ In dem Song spricht Kollegah von einem „Völkermord in Gaza“ und markiert Juden als Feinde: Mark Zuckerberg, Jeffrey Epstein, Harvey Weinstein. Einzelne Namen werden zu Chiffren für ein kollektives Feindbild verdichtet...
Der Autor bescheinigt dem Rapper etwa einen „ausgeprägten Zynismus gegenüber Shoah-Opfern“. Dass ein solches Weltbild von einem Millionenpublikum gefeiert wird, während Widerspruch derart leise bleibt, offenbart eine erschreckende Bereitschaft, antisemitische Ideologie zu normalisieren – und sagt damit mehr über die Gesellschaft aus als über Kollegah...
14. Mai 2026 "Jungle World"
Juden in Deutschland sehen sich im Stich gelassen
Der Krieg war immer nur ein Vorwand
...Wer sich gegen Antisemitismus einsetzt, dürfte die Frage kennen: Bist du jüdisch? Wie viel bittere Wahrheit in dieser Frage steckt, haben die vergangenen zweieinhalb Jahre deutlich gemacht. Denn die Juden stehen im Kampf gegen den Antisemitismus allein wie lange nicht. Der Ausnahmezustand nach dem Terrorangriff der Hamas ist für Juden in Deutschland zu einem Dauerzustand ständiger Bedrohung geworden. Einen Weg, damit fertig zu werden, müssen die Betroffenen allerdings weitestgehend alleine finden...
Jüdisches Leben ist in Deutschland 80 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz gefährdet wie lange nicht mehr. Auf einem anonymen Aushang in der Kunsthochschule Burg Giebichenstein wurde gerade erst die Jüdische Gemeinde Halle als »rassistische und ­zionistische Organisation« diffamiert und Juden eine Mitschuld an einem »Völkermord« unterstellt. Und die Berliner Zeitung berich­tete vom 41jährigen Nimrod, den im Januar eine Gruppe vor einem Späti antisemitisch beleidigt (»Fick dich, Jude«) und verprügelt hatte; nach seiner Operation zog Nimrod zurück nach Israel: »Ich brauchte das Gefühl von zu Hause.«...
14. Mai 2026 "Berliner Zeitung"
„Es gibt derzeit keinen sicheren Ort für Juden in Europa“ - Interview mit Shannon Seban
... Ihr großes Thema: der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus. Früher sei ihre jüdische Identität nicht öffentlich gewesen. Durch einen Onlineangriff von Neonazis im Sommer 2023 habe sie sich entschieden, das zu ändern, damit der Hass nicht gewinnen könne...
13. Mai 2026 "Der Spiegel"
Falsche Grabsteine
...Jüdische Soldaten, die im Ersten Weltkrieg in der deutschen Armee kämpften, wurden aus der Erinnerung getilgt. Bis heute markieren Kreuze ihre Ruhestätten, nicht Davidsterne...
Der Aufruf des Kaisers muss für die rund 550.000 Menschen dieser Konfession (das Judentum. red.) im Deutschen Reich wie eine Einladung geklungen haben: Endlich bot sich Gelegenheit, sich als wahre Deutsche zu bewähren. Formal besaßen Jüdinnen und Juden seit der Reichsgründung 1871 die volle Gleichberechtigung vor dem Gesetz. Doch in der Gesellschaft war Judenfeindlichkeit weitverbreitet...
12. Mai 2026 "Stern"
Bericht enthüllt grausame Einzelheiten über sexuelle Gewalt am 7. Oktober (2023)
...Nun fasst ein Bericht zusammen, wie systematisch die Terroristen sexualisierte Gewalt einsetzten...
Eine israelische Zivilkommission hat nach mehr als zweijähriger Arbeit ihren Abschlussbericht vorgelegt.
Der rund 300 Seiten lange Bericht stützt sich unter anderem auf Zeugenaussagen, Video- und Fotomaterial sowie forensische Analysen.
In dem Bericht ist die Rede von „Vergewaltigung und Gruppenvergewaltigung, sexueller Folter und Verstümmelung, erzwungener Nacktheit, Hinrichtungen im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt, sexualisierten Übergriffen an Leichen sowie sexualisierten Angriffen in Anwesenheit von Familienangehörigen“.
Insgesamt seien 13 wiederkehrende Muster sexualisierter Gewalt an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Phasen der Angriffe festgestellt worden, hieß es in einer Mitteilung der Kommission. Dazu gehörten auch Fälle anhaltender sexualisierter Gewalt während der Geiselhaft. Die Kommission spricht von einem weit verbreiteten und systematischen Muster und nicht von Einzelfällen...
Schlimmstes Massaker der Hamas in Israel
löste verheerenden Gaza-Krieg aus
Am 7. Oktober 2023 töteten die islamistische Terrororganisation Hamas und andere extremistische Gruppierungen rund 1200 Menschen in israelischen Grenzgemeinden und auf einem Musikfestival. Mehr als 250 weitere Menschen wurden in den Gazastreifen verschleppt. Der Angriff - das schlimmste Massaker in Israels Geschichte – löste den verheerenden Krieg im Gazastreifen aus...
12. Mai 2026 "hessenschau"
Jüdisches Leben in Deutschland wird dramatisch zurückgedrängt
...Das Zeitfenster Jüdischen Lebens in Deutschland schließt sich und die wenigsten nehmen wahr, wie bedroht sich unsere jüdischen Nachbarn fühlen, wie weit sie sich zurückziehen und wie viele ihre Koffer schon gepackt haben.
Dass es in anderen europäischen Ländern wie Belgien, Frankreich oder Großbritannien noch schlimmer ist, sollte uns nicht beruhigen, sondern warnen...
Die Unwissenheit vieler Menschen über den Nahen Osten wird als strategisches Einfallstor für den oft professionell orchestrierten, israelbezogenen Judenhass genutzt. Deshalb sind gerade auch Bildungs-, Informations- und Begegnungsformate, die Menschen in Deutschland mit Israel verbinden, von besonderer Bedeutung...
11. Mai 2026 "TAZ"
Antisemitismus in Großbritannien
„Ich wurde bespuckt, mir wurde der Hitlergruß gezeigt“
...Wieso wurde Irans Botschafter in London noch nicht ausgewiesen und die diplomatischen Beziehungen abgebrochen, fragte der britische Oberrabbiner Ephraim Mervis. Viele Redner verlangten ein stärkeres Vorgehen der Regierung gegen islamistischen, linken und rechten Extremismus. Labour-Premierminister Keir Starmer, an den sich dies richtete, war nicht da. Arbeitsminister Pat McFadden musste als Regierungsvertreter Buhrufe und Zwischenrufe über sich ergehen lassen...
Die Grünen bleiben fern, die Rechten sind da
...Richard Tice von der rechtspopulistischen Partei Reform UK forderte deshalb ein Verbot der Muslimbruderschaft in Großbritannien und die Streichung von Fördergeldern für Universitäten, die Antisemitismus tolerierten. Adrian Cohen, Vizepräsident des jüdischen Dachvereins Board of Deputies, erklärte, dass, wenn die Plage des Antisemitismus nicht bewältigt werden könnte, dies die jüdische Gemeinschaft zu einem weiteren Exil verbannen würde...
Die 52-jährige Jüdin Suzie Nelhams, Enkelin eines deutschen Kindertransportflüchtlings, schildert der taz, dass sie wegen ihres Davidsterns angespuckt und als Babymörderin bezeichnet worden sei. Seit diesem Erlebnis zeige sie ihre Halskette nicht mehr öffentlich...
Der Kippa-tragende Mathematikstudent Samuel Moont, 20, berichtet aus seinem Studienort Birmingham: „Man hat mir Schimpfnamen oder ‚Free Palestine!‘ nachgerufen, dass man mich umbringen wolle, ich wurde bespuckt, mir wurde der Hitlergruß gezeigt, und ich wurde auf meinen Weg nach Hause verfolgt.“ Er sei sehr vorsichtig geworden, besonders wenn er abends das Haus verlasse...
Die 16-jährige Schülerin Evie Jacobs berichtet, in ihrer Schule im Norden Londons sei sie die einzige Jüdin. „Die erste Frage ist immer, ob ich für Gaza bin und die Pa­läs­ti­nen­se­r:in­nen unterstütze“, erzählt sie und nennt das vollkommen unangebracht und respektlos...

¹ Die vollständigen Texte sind auf den Internetseiten (Archiv) entsprechender Zeitungen zu finden.
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